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Geschichte der Düfte und der Parfümerie

Mit Düften wollten die Menschen im Altertum ihre Götter gnädig stimmen. Noah dankte Gott für die Rettung aus der Sintflut, indem er Zedernholz und Myrrhe verbrannte. In Babylon wurden laut Überlieferung pro Jahr etwa 26.000 kg Weihrauch verbrannt, um den Nasen der Götter zu schmeicheln. Die Römer schickten ihre Botschaften "Per Fumum" zum Himmel. Diese Rauchzeichen gaben dem Parfum den Namen. Schließlich liebte Mohammed, der Begründer des Islam, drei Dinge: "Frauen", "Parfum" und das "Gebet". Es wird überliefert, dass er regelrecht durch Düfte ins Schwärmen geraten konnte. "Parfum ist die Nahrung, die mein Denken belebt".

Es gibt vielfältiges Zeugnis über Düfte und Parfümierungen im Altertum. Hinweise in der Heiligen Schrift und Schriften des Altertums finden ihre materielle Bestätigung durch Ausgrabungsfunde rund ums Mittelmeer.

Seit Urzeiten nutzen Frauen Düfte. Kleopatra verstand es, mit den Wohlgerüchen Arabiens - man kannte zu jener Zeit etwa 200 verschiedene Duftstoffe - so gut umzugehen, dass sogar der Wind liebestrunken war. Es heißt, dass Madame Pompadour jährlich unvorstellbare Summen Geldes für Duftwässer und wohlriechende Salben ausgab, um Ludwig XV. zu betören und sich seine Gunst zu erhalten.

In jüngerer Zeit entwickelte sich der Umgang mit Düften / Riechstoffen explosionsartig.

Als die Wiege der Riechstoffindustrie wird die am 1. September 1829 in Leipzig gegründete Firma Spahn & Büttner bezeichnet. Diese Firma beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Drogenhandel. 1839 wurde der Firmenname in Spahn und Schimmel geändert, später in "Schimmel & Co". Weitere Firmengründungen in anderen Städten, z.B. in Hamburg, Holzminden und München, folgten.

Zunächst unterschied man streng zwischen zwei Industriezweigen: "Industrie der einfachen Riechstoffe" und "Industrie der komplexen Riechstoffe". Die eine produzierte künstliche Riechstoffe, die andere ätherische Öle.

Die deutsche Riechstoffindustrie verdankte ihre Entwicklung nicht, wie z.B. die Südfrankreichs, den klimatischen, für den Anbau von Rohmaterialien geeigneten Verhältnissen, sondern vor allem der chemischen Forschung.

Um 1900 verlangte die Mode von einem Parfüm eine möglichst genaue Wiedergabe des Duftes einer Blüte (Maiglöckchen, Veilchen, Rose, Flieder). Dann trat immer mehr die Kunst des Komponierens von Riechstoffkompositionen in den Vordergrund, so dass Fantasieparfüms kreiert wurden.

Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre expandierte die Riechstoffindustrie stark. Der wachsende Markt an kosmetischen Mitteln, an seifen-, waschmittel- und haushaltschemischen Produkten hatte einen immer größeren Bedarf an Duftstoffen.

In Zukunft werden neue Verfahren zur Darstellung von Riechstoffen eine Rolle spielen, z.B. die Methoden der Biotechnologie und des "Computer modellings".

Jede Zeit, jede Kultur, jede Gesellschaft hat ihren eigenen Geruch. Düfte, komponiert als Parfum, spiegeln Zeit, Kultur und Gesellschaft wider.

Nachfolgend sei auf einige "große" Düfte verwiesen.

Quelle: Firmenschriften

last update: 19.05.2008